Women in Leadership #3

UNSERE MITARBEITER
#DiversityMatters

Donnerstag 10 Juni 2021

Teodora Petkova erzählt, wie sie Herausforderungen angeht und in Impulse für Verbesserungen verwandelt. Sie unterstützt Kundinnen und Kunden, Unternehmen sowie Kolleginnen und Kollegen mit Hingabe und Flexibilität.

2:30 min

In der Reihe Women in Leadership beleuchtet UniCredit die Rolle, die Expertise und das Engagement ihrer weiblichen Führungskräfte in den verschiedenen Ländern und Geschäftsbereichen, in denen die Bank tätig ist.

Unsere dritte Interviewpartnerin ist Osteuropa-Chefin (Head of Eastern Europe) Teodora Petkova, derzeit CEO und Vorstandsvorsitzende der UniCredit Bulbank (bis zur Bestellung eines oder einer neuen CEO). Sie erzählt von ihrer Karriere in der Finanzbranche, gibt einen Ausblick auf die aktuelle Situation in Bulgarien und erklärt, wie die Bank Unternehmen und Kunden in diesen herausfordernden Zeiten unterstützt und dabei Teil der Lösung ist.

Wie ist die aktuelle wirtschaftliche Situation in Bulgarien und wie reagieren die Unternehmen auf die Krise?

Genau wie viele andere Länder hat Bulgarien das Jahr 2021 mit strengen Anti-Corona-Maßnahmen begonnen – wie der Schließung von Schulen, Restaurants, Einkaufszentren, Fitnessstudios usw. Dies führte zu einem eher schwachen Start der Wirtschaft. Die Erholung der Wirtschaft hängt zu einem großen Teil von der Entwicklung der Corona-Krise und einer raschen Durchimpfung der Bevölkerung ab.

Der Frühling brachte die lang erwarteten positiven Neuigkeiten, und in den vergangenen Wochen insbesondere einen Rückgang der Neuinfektionen. Diese Verbesserung brachte nicht nur etwas Hoffnung für unser gesellschaftliches und persönliches Leben zurück, sondern hat auch begonnen, die Wirtschaft wieder zu beleben, da die bisher geschlossenen Geschäfte wieder öffnen konnten.  

Die Prognose unserer Ökonomen lautet, dass das Jahr 2021 eine leichte Erholung der Wirtschaft und einen Anstieg des BIP von 2,6 Prozent bringen wird, nach einem Rückgang von 4,2 Prozent im Jahr 2020.

In diesen schwierigen Zeiten ist es für uns wichtig, nahe bei unseren Kundinnen und Kunden zu sein – und dabei nicht nur ihre Bank, sondern auch ihr Partner zu sein. Partnerschaft bedeutet, füreinander da zu sein und sich gegenseitig bei Herausforderungen zu unterstützen. Bei der UniCredit Bulbank glauben wir fest daran, dass uns diese Partnerschaften stärker machen.

Deshalb haben wir immer ein offenes Ohr für die Bedürfnisse unserer Kundinnen und Kunden – egal, ob sie ihre Kreditraten stunden müssen oder einen Kredit für ein neues Projekt benötigen. Wir sind offen für neue Geschäfte und wollen ein Beschleuniger des Aufschwungs sein, also ein Teil der Lösung, ohne dabei Risiken zu vernachlässigen.

Auf die Gefahr hin, dass das klischeehaft klingt: Ich glaube, die Krise bringt auch eine Reihe von Chancen mit sich. Covid-19 hat uns flexibler gemacht und wir sind heute besser in der Lage, auf die sich ändernden Kundenanforderungen zu reagieren. Außerdem bieten wir unseren Kundinnen und Kunden eine sicherere Möglichkeit, ihre Bankgeschäfte zu erledigen – 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche.

 

 

Was sind Ihre Schlüsselerlebnisse während der Pandemie? Auf welche Initiativen sind Sie besonders stolz?

Das Jahr 2020 hat mir einen Schnellkurs in Sachen Management, aber auch in Menschlichkeit beschert. Alle diese Lehren aus der Krise haben damit zu tun, wie wichtig es ist, ein Gleichgewicht zu erreichen: ein Gleichgewicht zwischen den kurzfristigen Problemen des Unternehmens und seiner langfristigen Strategie; ein Gleichgewicht zwischen der Geschwindigkeit und der Richtung der gewünschten Veränderungen, während die Grundlagen des Unternehmens unverändert bleiben; ein Gleichgewicht zwischen der Notwendigkeit, schnelle Entscheidungen zu treffen und die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Nicht zuletzt ist es auch sehr wichtig, die Balance zwischen einer kritischen Haltung und dem Wunsch zu finden, viel verändern zu wollen, aber zugleich auch die erreichten Erfolge feiern zu können. In unserem Bestreben, Dinge zu ändern, die nicht funktionieren oder besser funktionieren könnten, vergessen wir manchmal, Erfolge zu feiern. Und auch das ist für jedes Unternehmen, egal ob groß oder klein, sehr wichtig.

Ich möchte auch erwähnen, wie stolz ich auf das Team der UniCredit Bulbank bin, und allen Kolleginnen und Kollegen gratulieren. In diesem herausfordernden Jahr haben wir wirklich sehr viel geschafft. Wir waren nah bei unseren Kundinnen und Kunden und haben ihnen mit Stundungen, Unterstützungsmaßnahmen und individuellen Lösungen den Rücken gestärkt.

Wir haben die Gesundheit und das Wohlbefinden unserer Kundinnen und Kunden sowie unserer Kolleginnen und Kollegen geschützt. Und wir haben eine Reihe von Innovationen vorangetrieben, um viele unserer Dienstleistungen „remote“ anbieten zu können. Wir haben es den Kundinnen und Kunden ermöglicht, die Bank per Telefon zu erreichen und fast alles von unterwegs zu erledigen: ein Konto eröffnen, einen Kredit beantragen, Wertpapiere kaufen, Verträge unterzeichnen oder Kredite umschulden.

Im Jahr 2020 sind die Zahlungen für Grundversorgungsleistungen über das Online-Banking um 50 Prozent gestiegen. Seit Anfang 2019 ist unser Mobile-Banking-Kundenstamm um über 65 Prozent gewachsen, er umfasst nun eine halbe Million Menschen.

Dieser Trend wird sich sicherlich fortsetzen, insbesondere mit dem Generationenwechsel. Aber auch traditionelle Filialen werden weiterhin ihren Platz haben, wir wollen immer nah bei unseren Kundinnen und Kunden sein.

 

 

Welchen Rat würden Sie als Frau in leitender Funktion bei der UniCredit Bulbank anderen Frauen geben, die in der Finanzbranche arbeiten möchten?

Es ist sehr wichtig, Frauen zu ermutigen, im Finanzsektor zu arbeiten und auch Führungspositionen anzustreben. Eines kann ich mit Sicherheit sagen: Frauen, die Karriere machen wollen, sind bei uns richtig, und ich glaube fest an den Diversity & Inclusion-Ansatz und die Initiativen unserer Gruppe.

Um Picasso zu zitieren: „Inspiration existiert, aber sie muss dich bei der Arbeit finden.“ In dieser Hinsicht ist mein Rat an Frauen, weiter mit Inspiration und Herz zu arbeiten. Wir stellen uns den Herausforderungen, verwandeln sie aber zugleich in Impulse für Verbesserungen.

Ich glaube, dass Frauen in Führungspositionen ihre Teams mit Empathie, aber auch mit raschen, entschlossenen Entscheidungen führen sollten. Erst kürzlich habe ich gelesen, dass laut Google Empathie DAS Talent der Zukunft ist.

 

 

Können Sie uns mehr über Ihren Karriereweg und Ihre aktuelle Rolle erzählen?

Mein ganzer beruflicher Werdegang spielt in der UniCredit Bulbank. Ich begann 2002 als Kreditanalystin, seitdem hatte ich viele verschiedene Rollen und Positionen im Risikomanagement und in den Geschäftsbereichen inne. Ich war auch an einigen wichtigen Transformationsprojekten beteiligt. So habe ich mich Schritt für Schritt weiterentwickelt, Erfahrungen gesammelt und Führungsqualitäten erworben.

Unabhängig davon, dass ich nie meinen Arbeitgeber gewechselt habe, habe ich die Dynamik, die Herausforderungen und das Adrenalin erlebt, die mich immer wieder gezwungen haben, die Komfortzone zu verlassen.

2019 wurde ich zur CEO der UniCredit Bulbank bestellt, und zum damaligen Zeitpunkt sah ich es als größte Herausforderung an, den Erfolg der UniCredit Bulbank aufrechtzuerhalten. Der Erfolg der Bank liegt nicht im Status quo, sondern in der Geschwindigkeit, mit der wir es schaffen, uns an die neuen Kundenpräferenzen und an die sich ständig weiterentwickelnden Technologien anzupassen.

Wir haben begonnen, die Bank komplett umzugestalten, und das Wichtigste dabei ist die Unternehmenskultur. Gleichzeitig bleiben unsere Grundwerte unverändert: Das übergeordnete klare Ziel ist es, einfaches Banking auf der Basis von Ethik und Respekt anzubieten.

Jetzt liegt eine noch größere Herausforderung vor mir, denn ich habe die Chance bekommen, als Osteuropa-Chefin (Head of Eastern Europe) Teil des Group Executive Committee von UniCredit zu werden. Laut Cambridge Dictionary bedeutet "Herausforderung" (die Situation, mit etwas konfrontiert zu sein), das große Anstrengungen erfordert, um erfolgreich erledigt zu werden, und somit die Fähigkeiten einer Person auf die Probe stellt. Das entspricht ganz meinem Verständnis, dass wir mit Herausforderungen konfrontiert werden, um das Beste zeigen zu können, wozu wir fähig sind.

Aber ich würde noch etwas hinzufügen – um Herausforderungen zu meistern, brauchen wir ein starkes Team. In diesem Sinne freue ich mich, dass ich mit den fantastischen Kolleginnen und Kollegen aus unseren Banken in Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Kroatien, Rumänien, Serbien und Russland zusammenarbeiten werde.

Wir werden nicht nur innerhalb der Teams dieser Länder zusammenarbeiten, sondern mit den Strukturen der gesamten Gruppe. Je vielfältiger wir sind, desto mehr können wir zusammenarbeiten und uns gegenseitig unterstützen, damit wir alle zum Erfolg von UniCredit beitragen.

 

 

Was sind Ihre Erwartungen für die Zukunft?

Trotz der Pandemie zeigt die wirtschaftliche Entwicklung in zahlreichen Branchen, dass wir optimistisch in die Zukunft blicken können. Natürlich hängen die Erwartungen stark vom Verlauf der Corona-Krise ab – und vor allem vom schnellen Erfolg der Impfkampagne. Einige Branchen, wie z. B. der Industriesektor, entwickeln sich bereits sehr gut. Auch in vielen Dienstleistungsbranchen und im Baugewerbe sehen wir sehr positive Signale, während bei anderen, wie etwa dem Gastgewerbe, die Erholung länger dauern wird. Alles in allem gibt es gute Gründe, optimistisch in die Zukunft zu blicken.

Vieles wird bleiben, zum Beispiel der Zugang zur Telearbeit, den wir bereits vor der Krise umgesetzt und jetzt noch deutlich ausgebaut haben. Besonders freue ich mich aber wieder auf die persönlichen Gespräche mit unseren Kundinnen und Kunden. Der persönliche Kontakt in den Unternehmen, Treffen auf Veranstaltungen, das Gespräch über das rein Geschäftliche hinaus – das alles bleibt für mich unersetzlich.