Zur Finanzierung „Von braun nach grün“

Engagement

Mittwoch 05 Mai 2021

Die grüne Finanzierung hat seit 2007 ein enormes Wachstum erfahren, wobei der Schwerpunkt auf der Nutzung von Aktivitäten lag, die bereits grün sind, wie Windparks und Photovoltaikanlagen. Jetzt ist es an der Zeit, dass die Branche mit der Finanzierung der grünen Transformation der CO2-intensiven Sektoren wie Stahl, Aluminium, Zement und Erdgas beginnt. 

 

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Die Ambitionen zur Eindämmung des Klimawandels, wie sie im Pariser Abkommen von 2015 skizziert wurden, erfordern die Dekarbonisierung ganzer Gesellschaften und Volkswirtschaften weltweit bis zum Jahr 2050. Die vereinbarten Ziele sind, zum einen den globalen Temperaturanstieg deutlich unter 2°C über dem vorindustriellen Niveau zu halten und zum anderen den Temperaturanstieg nach Möglichkeit auf 1,5°C zu begrenzen.

Der EU-Aktionsplan zur Finanzierung von nachhaltigem Wachstum betrachtet die Finanzierung als entscheidenden Wegbereiter für Verbesserungen.

 

 

Doch obwohl die grünen Finanzierungsinstrumente seit ihren Anfängen 2007 ein enormes Wachstum erfahren haben, hat sich die Finanzindustrie auf per se grüne Aktivitäten fokussiert, wie z.B. Windparks und Photovoltaikanlagen. Wenn aber die angestrebten Klimaschutzziele erreicht werden sollen, muss die Branche ihren Blickwinkel erweitern und sich ernsthaft mit der Finanzierung von umweltkritischeren Industrien beschäftigen. Sektoren mit hohem CO2-Anteil wie Stahl, Aluminium, Zement und Erdgas, aber auch die Schifffahrt und der Luftverkehr werden sich dramatisch wandeln müssen, um auf den Weg des Pariser Abkommens zu wechseln. 

Die OECD schätzt, dass 6,35 Billionen Euro pro Jahr benötigt werden, um die Reduktionsziele bis 2030 zu erreichen.

Die Ressourcen des öffentlichen Sektors allein werden dabei nicht ausreichen, um diese Herausforderung zu bewältigen.

Ein von der „Climate Bonds Initiative“ veröffentlichtes Rahmenwerk bietet eine zusätzliche Möglichkeit einer glaubwürdigen Transformation, die sich an dem Pariser Abkommen orientiert. Das sogenannte "White Paper" definiert fünf Prinzipien, die unserer Meinung nach das Potenzial haben, die Ziele der Transformationsfinanzierung voranzubringen: Alle Ziele und Wege müssen auf den 1,5°C-Pfad ausgerichtet und wissenschaftlich fundiert sein, Kompensationsmaßnahmen   zählen nicht, technische Realisierbarkeit übertrumpft wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit und es sind Taten gefragt, nicht Worte. Das Übergangskonzept ist sowohl für ganze Unternehmen als auch für sämtliche ihrer Aktivitäten anwendbar. 

Während nachhaltige Finanzierungsinstrumente mit freier Mittelverwendung zur Finanzierung ganzer Unternehmen bestimmt sind, werden Instrumente mit vorgegebener Mittelverwendung zur Finanzierung von Aktivitäten verwendet. 

In diesem Szenario spielt die UniCredit eine entscheidende Rolle bei der Finanzierung des Übergangs ihrer Kunden zu einer CO2-armen Wirtschaft und gehört im Jahresvergleich zu den 10 aktivsten Banken in Europa, die ihre Kunden bei der Aufnahme von ESG-gebundenen Krediten und Anleihen unterstützen.

UniCredit Research geht davon aus, dass die weltweite Emission von grünen, sozialen, nachhaltigen und nachhaltigkeitsgebundenen Anleihen im Jahr 2021 ein Allzeithoch von 610 Mrd. USD erreichen wird. Insbesondere das Angebot an grünen Anleihen mit 300 Mrd. USD dürfte dabei ein Rekordhoch erreichen.  Damit setzen wir unsere Mission fort, Teil der Lösung für unsere Kunden sowie Städte und Gemeinden zu sein und die Nachhaltigkeit in allen Märkten, in denen wir tätig sind, zu förder